RATGEBER · 5S
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5S in der Werkzeugausgabe, erklärt von jemandem, der dort arbeitet

5S stammt aus Japan und soll den Arbeitsplatz in Ordnung halten. In der Werkzeugausgabe zählt es doppelt: Jede Minute, in der du ein Werkzeug suchst, wartet eine Maschine. So wendest du es auf Schränke, Wagen und Voreinstellung an, Schritt für Schritt.

10 Min. Lesezeit

Was 5S ist

Fünf japanische Wörter, die mit S beginnen, jedes ein Schritt: Seiri Sortieren, Seiton Systematisieren, Seiso Säubern, Seiketsu Standardisieren, Shitsuke Selbstdisziplin. Sie stammen aus der japanischen Produktionspraxis und werden heute überall eingesetzt, von der Montagelinie bis ins Büro.

Die Idee ist einfach: Behalte nur, was du brauchst, gib allem seinen Platz, halte den Platz sauber, mach die Regeln für alle gleich und sorg dafür, dass jemand prüft, ob sie halten. Die ersten drei S erledigst du mit den Händen, die letzten zwei mit Gewohnheiten.

Warum es in der Werkzeugausgabe mehr zählt

In jeder Abteilung kostet Unordnung Zeit. In der Werkzeugausgabe kostet sie Maschinenzeit: Das Rüsten wartet auf das Werkzeug, das keiner findet, das Voreinstellgerät wartet auf die richtige Aufnahme, der Bediener wartet auf den Wagen.

1. Seiri · Sortieren

Fang mit dem Aussortieren an, nicht mit dem Einräumen. Geh jeden Schrank, jede Schublade und jeden Wagen durch und häng eine rote Karte an alles, was du für die heutige Arbeit oder die nächste Zeit nicht brauchst.

Teile mit roter Karte kommen für eine feste Zeit, etwa einen Monat, in eine Quarantänezone. Wer etwas braucht, holt es sich zurück; wenn die Zeit um ist, entscheidest du: nachschleifen, mit Code zurück ins Lager, verschrotten. Nichts wird aus einer Laune heraus weggeworfen, und nichts bleibt „für alle Fälle“.

2. Seiton · Systematisieren

Alles hat einen Platz, und der Platz ist sichtbar. Der Praxistest: Jemand, der nicht in der Werkzeugausgabe arbeitet, sollte ein Werkzeug in weniger als einer Minute finden.

3. Seiso · Säubern

In der Werkzeugausgabe ist Sauberkeit keine Kosmetik, sondern Genauigkeit. Ein Krümel auf dem Kegel oder der Spannzange wird zum Messfehler am Voreinstellgerät und zu einem Werkzeug, das in der Maschine unrund läuft.

Säubern heißt auch hinschauen: Beim Reinigen siehst du den riefigen Kegel, die Spannzange mit Druckstellen, die ausgebrochene Schneide. Besser auf der Werkbank als in der Maschine.

4. Seiketsu · Standardisieren

Die ersten drei S, einmal gemacht, halten einen Monat. Damit sie bleiben, brauchst du Regeln, die für alle gleich sind, schriftlich und sichtbar.

5. Shitsuke · Selbstdisziplin

Das schwierigste S, weil die Hände nicht reichen. Was funktioniert, ist eine kurze, regelmäßige Kontrolle, nicht ab und zu ein großes Aufräumen.

Ein Beispiel: der Rüstwagen

Ein erfundener, aber typischer Fall. Vorher: ein Wagen pro Abteilung, Werkzeuge verschiedener Aufträge durcheinander, der Bediener läuft bei jedem Rüsten zur Werkzeugausgabe und zurück. Nach 5S:

Das Ergebnis ist kein schönerer Wagen, sondern ein Rüstvorgang, der beginnt, ohne dass du etwas suchen musst.

Häufige Fehler

Checkliste zum Ausdrucken

Der erste Schritt zu einem aufgeräumten Schrank ist ein Code für jedes Werkzeug.

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